Die BIP Ergebnisse für das erste Quartal 2019 USA/Europa/China haben eher auf der Oberseite überrascht. Der Aktienmarkt hatte dies gut antizipiert und stieg bis Ende April deutlich an. Anfang Mai schockte US-Präsident Trump die Kapitalmärkte erneut durch eine Twitter-Nachricht und drohte deutlich mit einer Verschlechterung der Bedingungen für den globalen Handel. Nach dem Scheitern der US-chinesischen Handels-Gipfels in Washington, drohte er zusätzliche Zölle für chinesische Importe in die USA an. Offensichtlich war Trump mit den bisherigen Verhandlungen nicht zufrieden und warf China sogar „Wortbruch“ vor. Das sich stetig ausweitende Handelsbilanzdefizit der USA gegenüber China wiegt zudem schwer.
Globaler Handel durch weitere Eskalation bedroht
Des Weiteren wurde der Technologiekonzern Huawei mit weitgehenden Einschränkungen für Geschäfte in den USA belegt. Die Antwort aus China war jedoch ebenfalls konfrontativ. So wurde in Aussicht gestellt, der US-Wirtschaft den Zugang zu seltenen Erden zu verknappen. Auch gegenüber Europa und Mexiko wurden von Seiten der US-Administration zuletzt die Zügel in Form von Restriktionen gegen den Handel angezogen bzw. dieses zumindest weiter angedroht.
Die Folge der anhaltenden Unsicherheiten ist ein Nullwachstum des globalen Handels in den letzten Monaten. Darunter leidet besonders die deutsche Exportwirtschaft – ablesbar am Ifo-Geschäftsklimaindex, der eine weitere Abkühlung des Verarbeitenden Gewerbes signalisiert. Die deutsche Industrie hat damit bereits Rezessionsniveau erreicht. Und im Mai gab neben dem Segment Handel auch das Segment für Dienstleistungen deutlich nach. In den USA signalisierten schwächere ISM- Einkaufsmanagerindizes ebenfalls eine konjunkturelle Abkühlung, welche wiederum den FED Chef Powell veranlassten laut über mögliche Zinssenkungen nachzudenken -falls diese erforderlich sein sollten- und versprach, die Auswirkungen der sich vertiefenden Streitigkeiten zwischen den USA und ihren größten Handelspartnern genau zu beobachten.
Den internationalen Rentenmärkten gefiel dies. Die Renditen fielen weltweit deutlich. Die Zinsen für 10 J. Staatsanleihen fielen in USA auf 2,30%, in Deutschland auf -0,20% p.a. Lediglich italienische Staatsanleihen verloren angesichts des ausufernden Haushaltsdefizits. Deren Renditen stiegen auf 2,70% p.a. an. Die Europawahl hatte indes keinen direkten Einfluss auf die Kapitalmärkte. Der College Fonds verlor im Mai 1,75%, während der DAX 5,5% und der S&P500 um 6,5% fiel. EUR/USD Kurs war nahezu unverändert. Auf der Zinsseite kletterte der RexP Index 1% an (Flucht in Qualität), Euro Corporate Bonds waren unverändert.