9. September 2020 Jörg Müller

Zinspolitik soll stabil bleiben: Ist das die Lösung?

Neue Ankündigungen vom Fed-Chef Powell

Die Zinspolitik ist seit langem von Niedrigzinsen geprägt. Da die Inflation seit Jahren unter dem Fed-Ziel von zwei Prozent liegt, machte der Fed-Chef Powell auf dem jährlichen Jackson-Hole-Symposium einige wichtige Ankündigungen zur Strategie der künftigen US-Notenbankpolitik. Die Fed will demnach dauerhaft ein Inflationsziel über zwei Prozent anpeilen. Um dies zu erreichen, müsste die Inflation in den nächsten Jahren im Schnitt um 2,7 Prozent pro Jahr steigen. Mal schauen, ob das klappt.

Die Zinspolitik bleibt wie sie ist

Neu ist auch, dass sich der Seismograph Arbeitslosenquote / Schaffung neuer Stellen, künftig nur noch bei deutlichen Veränderungen auf die Zinspolitik auswirken soll. Dieser Strategiewechsel bekräftigt eine über viele Jahre lockere Geldpolitik der Fed und beseitigt das Risiko einer erneuten „Tapering-Krise“ an den Anleihenmärkten. Tapering bezeichnet die Verringerung der Wertpapierkäufe. Die EZB könnte auch Gefallen an dieser Argumentation haben und ebenfalls ihr Inflationsziel anpassen. Zinsen bleiben daher wahrscheinlich sehr lange tief – weil die Inflation erst einmal mehrere Jahre steigen soll. Für die Aktienmärkte würde dies bedeuten, dass die Aktienkurse tendenziell steigen. Ein über Jahre tiefer Zins erzeugt einen sehr niedrigen risikofreien Zins. Mit dieser Zinspolitik werden somit höhere Kurs-Gewinn-Verhältnisse gerechtfertigt.

Ein Gewinnrückgang um 52 Prozent wird erwartet

Die Datenlage der europäischen Firmen zum Q2 sind jedoch noch sehr ernüchternd. Derzeit rechnen Analysten mit einem Rückgang der Gewinne im Stoxx600 um 52 Prozent und der Umsätze um 20 Prozent gegenüber Vorjahresquartal. Da kann man nur hoffen, dass die zuletzt positive Tendenz des Ifo-Geschäftsklimaindex – Geschäftslage August 87,9 nach 84,5 und Geschäftserwartungen 97,5 nach 96,7- weiter anhält.  Die Berichtssaison in USA für das zweite Quartal 2020 lief dagegen besser als ursprünglich befürchtet. Die Gewinne pro Aktie sind im Schnitt zwar um 35 Prozent gegenüber Vorjahresquartal gefallen und die Umsätze um 15 Prozent, doch das war überwiegend viel besser als von den Analysten im Vorfeld erwartet. Zurecht war somit die Erholung der US-Aktien deutlicher als die der Europäer.

Der Goldpreis profitiert von der Krise

Der Goldpreis konnte weiter profitieren und stieg um 0,53 Prozent im Monatsverlauf. Zwischenzeitlich erreichte der Goldpreis mit 2.100 US-Dollar sogar ein neues High. Der DAX und der S&P500 konnten sich im August um weitere 5 beziehungsweise 7 Prozent erholen. Der Euro gewann 1,75 Prozent gegenüber USD. Auf der Zinsseite kletterten der RexP und der Euro Corporate Bonds Index jeweils um 0,20 Prozent. Der College Fonds lag mit -0,14 Prozent nahezu unverändert zum Vormonat. Auf der Portfolioseite gab es im August keine Veränderungen.

 

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