19. August 2020 Jörg Müller

USA im Konjunktursturz und doch heilt sich der Markt?

USA leidet als Weltmacht

In den USA ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal annualisiert um 32,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Trotz des sehr massiven Einbruchs sollte eine wirtschaftliche Erholung möglich sein. Ungewiss auch dabei ist jedoch, wann und wie sich die Wirtschaft, die nun stark um Aufwind kämpft, auch von Seiten des Verbrauchers beschleunigen lässt. Hinderlich dafür sind ganz offensichtlich die erneut steigenden Infektionszahlen, die Verbraucher tendenziell davon abhält, auszugehen und Geld auszugeben – zumindest wenn es um den Konsum nicht unbedingt notwendiger Dienstleistungen oder Güter geht. So leidet die Gastronomie beispielsweise sehr stark unter den Vorsichtsmaßnahmen im Zuge der Infektionsgefahr. Diese Entwicklung der sinkenden Konsumbereitschaft lässt sich im zweiten Quartal feststellen: Der Verbrauch privater Haushalte verringerte sich im Vergleich zum ersten Quartal um 34,6 Prozent. Darüber hinaus ist auch die Außenpolitik sowie Investitionen im In- und Ausland sehr stark betroffen, da auch hier weniger Risikobereitschaft herrscht. So ist es nicht verwunderlich, dass im Juli über 1.000 Führungskräfte Aktien des eigenen Unternehmens verkauft haben, so der Bloomberg Datendienst, der sich auf Pflichtangaben der US- Manager an die Börsenaufsicht SEC bezieht. „Insgesamt stünde dieser Insider Indikator auf einem sehr extremen Niveau – was zur Vorsicht riete“.

Die Arbeitslosenquote in den USA erreicht ihren Höhepunkt

Im März 2020 begann die Arbeitslosenquote in den USA stark zu steigen: Mit 7,14 Millionen Menschen ohne Arbeitsstelle war der Höhepunkt in diesem Jahr bis dahin schon erreicht. Doch je mehr sich die Krise zuspitzte und die Infektionszahlen anstiegen, desto mehr Menschen verloren ihre Arbeit. Im April waren 23,08 Millionen Menschen ohne Arbeit. Seitdem beginnt die Arbeitslosenquote zu sinken, sodass sie laut Statistik im Juli 2020 bei immer noch 16,34 Millionen liegt. Hinzu kommt, dass das Corona-Arbeitslosengeld, welches deutlich über den üblichen Arbeitslosenbezügen lag, im Juli ausgelaufen ist.

Infolge all dessen hoffen die USA auf weitere Hilfspakete, welche insbesondere arbeitslose Bürger sowie Kleinunternehmen und Krankenhäuser unterstützen sollen.

Den Prognosen der meisten Volkswirte zufolge ist Corona für die Wachstumsraten der meisten Volkswirtschaften „kein Problem mehr“.

Kapital und Investitionen werden die Lage verbessern

Genügend Kapital – bereitgestellt von den internationalen Notenbanken – würde es richten. So werden bereits wieder Wachstumsraten von 6% p.a ab 2021 für China rumgereicht. (Die Erholung im zweiten Quartal 2020 dort ist zugegebenermaßen beeindruckend) Aber, ob ohne Wirkstoff alles so stark wachsen wird, wie erwartet – das muss sich erst einmal zeigen. Prognosen sind, wie wir spätestens in diesem Jahr bemerken durften, schwierig. „Die Berichtssaison für das zweite Quartal würde Corona-bedingt verheerende Zahlen liefern“, so war es aufgrund des dramatischen Wachstumseinbruchs in allen Research-Berichten zu lesen. Nachdem je rund ein Viertel der Unternehmen in den USA und Europa ihre Zahlen vorgestellt haben, zeichnet sich jedoch ein komplett anderes Bild ab, das weit weniger pessimistisch ist als von Analysten und Volkswirten befürchtet. Zykliker und Finanzwerte schnitten zwar erwartungsgemäß schlecht ab, dennoch haben viele Unternehmen die Erwartungen der Analysten so übertroffen wie lange nicht. In den USA waren es bislang mehr als 80 Prozent, in Europa immerhin noch rund zwei Drittel der Unternehmen. Der Gewinnrückgang fiel im Jahresvergleich mit minus 44 Prozent in den USA und mit minus 17 Prozent in Europa jeweils mehr als zehn Prozentpunkte besser aus als befürchtet. In dieser Woche nimmt die Berichtsaison weiter Fahrt auf – unter anderem berichten die großen Technologie-Firmen aus den USA. Womöglich werden die guten erneut den schlechten Nachrichten überwiegen – zumindest aus relativer Sicht. Letztendlich ist es dennoch schwer zu verstehen, warum die Kurse an den Börsen steigen, während die Gewinne stark fallen. Bessere Unternehmenszahlen, die Einigung in Brüssel und die Hoffnung auf eine baldige Marktreife eines Corona-Impfstoffes haben die internationalen Aktienmärkte im Juli beflügelt.

Es gibt Hoffnung nicht nur in den USA

Auch eine weitere Eskalation im „neuen Kalten Krieg“ zwischen den USA und China, die Sorge vor einem erneuten Corona bedingten Wachstumseinbruch in den USA sowie einem erneuten deutlichen Anstieg der Corona-Fallzahlen in Europa, konnte den Markt nicht stoppen. Lediglich der Goldpreis unser „Krisenseismograph“ auf fast ALL Time High stehend, zeigt an, dass etwas nicht stimmt. Er gewann 11,55% im Monatsverlauf während der DAX 0,43% und der S&P500 4,98% zulegen konnte. Der Euro konnte 4,69% gegenüber USD zulegen. Auf der Zinsseite legten der RexP Index 0,47% und Euro Corporate Bonds 1,12% zu. Der College Fonds stieg im Juli 0,64%.

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