9. November 2018 Jörg Müller

Staatsschulden, Glaubwürdigkeit und Jahresendrally?

Themen wir Brexit und Zölle hatten im Jahr 2018 die Diskussion über Staatsschulden deutlich überlagert. Unseres Erachtens ist das wichtige Dauerthema Staatsschulden nun wieder mehr in den Fokus geraten und könnte auch weiterhin die ein oder andere Schlagzeile produzieren.

Nachdem die Börsen in Europa und in den Schwellenländern schon seit geraumer Zeit wackelig agierten und überwiegend den Rückwärtsgang eingelegt hatten, kam es im Oktober zu einer scharfen Kurskorrektur. Neu war, dass diesen Monat auch die US-Aktienmärkte deutlich fielen. Vor allem FANG Aktien (Facebook, Amazon, Netflix und Google), sowie teure und hochkapitalisierte Technologiewerte standen – für uns nicht ganz unerwartet- besonders unter Druck.

Was war eigentlich passiert?

Die Unternehmensberichte internationaler Börsenunternehmen für das dritte Quartal waren überwiegend positiv ausgefallen. Das Dauerthema Zölle und Brexit schliff sich merklich ab. Mit Spannung wurde daher die Vorlage der Budget Zahlen aus Italien erwartet. Und diese waren schlimmer als befürchtet. Wirtschaftsminister Giovanni Tria, der als Garant für solide Finanzen gegolten hatte, verlässt den bisherigen Sparkurs und will bis 2021 jedes Jahr 2,4 Prozent Defizit und somit neue Staatsschulden zulassen.

Die internationalen Finanzmärkt hatten zumindest auf die Einhaltung der EU-Vorgaben, besser noch auf 1,5 Prozent gehofft. Infolge dieser Ankündigung sprangen die Renditen italienischer Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit deutlich über 3,3 Prozent an.

Ist die internationale Glaubwürdigkeit in Bezug auf die Staatsschulden nun ruiniert?

Nachdem erst Ende September die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde vor dem hohen Schuldenstand vieler Staaten gewarnt hatte. „In den Industrieländern sind die Schulden der öffentlichen Hand auf einem Niveau, das wir seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen haben“, sagte Lagarde. In Niedriglohnländern drohe ein Ausmaß von Staatsschulden, das nicht mehr nachhaltig sei, wenn die derzeitigen Entwicklungen so weitergingen. Wir gehen davon aus, dass 40 Prozent der Niedriglohnländer bereits Probleme mit ihren Schulden haben“, sagte Lagarde. Analysten beeilten sich Infolge, ihre Ausblicke für Konjunktur und Unternehmensgewinne deutlich zu reduzieren.

Das scheue Reh der Anleger verkaufte daraufhin. Deutsche Aktien waren wieder mal besonders vom Ausverkauf betroffen. Die Verwerfungen in der Automobilindustrie, die mit der Umstellung auf den neuen Abgastest WLTP zu tun haben, drückten auf die Stimmung der Anleger und insbesondere auf die Kurse der Exportaktien.

Die Fondsberater des College Fonds denken, dass sich die Gewinnschätzungen für das kommende Jahr von der Größenordnung her als zu optimistisch erweisen, dennoch sollten die Gewinne ansteigen, solange es nicht zu einer Rezession kommt. Nicht wenige DAX Unternehmen werden aktuell mit KGVs zwischen dem nur noch sechs- bis zehnfachen prognostizierten Jahresgewinn 2019 gehandelt. Wir können uns daher eine schwierige und volatile Börsenphase, aber insgesamt eine dafür deutliche Erholung, insbesondere an den europäischen Börsen in den nächsten Wochen vorstellen. Der College Fonds verlor im Oktober 1,55 Prozent, (ytd. -3,65 Prozent) während der S&P500 und DAX jeweils fast 7 Prozent sank. (DAX ytd. -11,38 Prozent) Dt. Bundesanleihen, gemessen am RexP-Index, konnten nicht wirklich profitieren und schlossen den Monat Oktober nahezu unverändert

 

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