4. Juli 2016 Jörg Müller

0,1% Wertgewinn am Brexit-Freitag

 Der Brexit ist da: die Briten haben sich entschieden, die Europäische Union (EU) zu verlassen. Die EU, so scheint es, hat ein Legitimationsproblem. Aber was bedeutet das für uns Anleger? Zunächst einmal haben die Märkte extrem heftig reagiert. Das Pfund ist gegenüber dem US-Dollar zeitweise 10% gefallen; auf den tiefsten Stand seit 1985. Die großen Aktienindizes kamen erheblich unter Druck. Dax und Stoxx50 verloren am Freitag zu Beginn rund zehn Prozent.
Der College Fonds war auf Kursausschläge gut vorbereitet. Eine ausgewogene Diversifikation aus Low Volatility Aktien aus Europa und USA, sowie gute Anleihen in Euro und USD, sowie 6% Gold haben geholfen die Auswirkungen auf den Fondspreis zu begrenzen. Natürlich hat auch die Auswahl der von uns immer wieder erwähnten Qualitätsaktien mit niedriger Volatilität zum Kapitalerhalt beigetragen. (keine Bankaktien, keine Industrie- und keine Rohstoffaktien) Der College Fonds konnte am Brexit-Freitag einen Wertgewinne in Höhe von 0,1% verbuchen.

Viele Investoren befürchten, der „Brexit“ könnte das Kapitalmarktumfeld fundamental verändern. Unseres Erachtens tut er das nicht – es gibt ein Leben nach dem „Brexit“. Die politischen Auswirkungen des EU-Ausstiegs der Briten wiegen deutlich schwerer als die ökonomischen. Kein Unternehmen wird aufhören, in Großbritannien Geschäfte zu treiben, nur weil sich das Land aus der EU verabschiedet hat. UK wird ein wichtiger Handelspartner für Kontinentaleuropa bleiben, auch ohne EU-Mitgliedschaft.

Viel bedeutsamer aus Investorensicht ist unseres Erachtens langfristig etwas ganz anderes: die aggressive Geldpolitik der Notenbanken weltweit und der damit einhergehende Vertrauensverlust in unser Geldsystem. Zudem sei erwähnt, dass das Referendum nicht bindend ist. Großbritanien muss einen offiziellen Austritt noch beantragen. Danach müssen 239 bilaterale Abkommen in allen 27 Landesparlamenten neu verhandelt werden; und zwar alle einstimmig! Erst wenn die Einstimmigkeit scheitert erfolgt ein Zwangs Brexit. Überdies hat England nun wenig Verhandlungsmacht um aus dem Brexit Kapital zu schlagen. Die Hoffnung vieler Engländer, dass sie jetzt die Nachteile der Gemeinschaft los werden, während man ihnen bei den Handelsbeziehungen schon weitgehend entgegenkommen wird, könnte sich als trügerisch herausstellen. Die EU kann gar kein Interesse daran haben, Großbritannien zu weit entgegenzukommen, weil dies die Zersetzungserscheinungen und den Wunsch anderer europäischer Länder, nun ebenfalls nach Unabhängigkeit zu streben, befördern würde. Ohnedies sind alle EU Partner extrem gereizt und nicht mehr kompromissbereit.

Wir gehen davon aus, dass alle Verhandlungspartner erheblich taktieren werden und die Börsen in Unsicherheit lassen. Somit werden die starken Kursschwankungen noch anhalten. Für langfristig denkende Anleger bedeutet dies in den nächsten Wochen aber gute Möglichkeiten um Beteiligungen an erstklassigen Unternehmen aufzubauen bzw. aufzustocken.

Wir hatten im Vorfeld Teil-Absicherungen im Fonds vorgenommen. Diese Absicherungen haben wir Freitagvormittag mit Gewinnen aufgelöst. Als langfristig orientierte Investoren wollen wir die kommenden schwachen Tage nutzen um Qualitätsaktien weiter aufzustocken.

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