21. Februar 2016 Elmar Konrath

US-Stiftungsportfolien und was wir daraus lernen können!

Vor dem Platzen der großen Immobilienblase 2008, welche dann in einer globalen Weltwirtschaftskrise gipfelte, waren Vergleiche, Anlehnungen und Nachahmung der Anlagerichtlinien der großen US-Stiftungsportfolien z.B. von Harvard und Yale gerade sehr gefragt.
Als dann im Zuge der aufkeimenden Krise fundamentale Gesetzmäßigkeiten bzw. Korrelationen (z.B. wenn Aktien fallen, steigen Rentenkurse und Immobilienpreise) nicht mehr funktionierten, wurden die US-Anlagevorbilder Harvard und Yale –nachdem die US-Stiftungsportfolien zum Teil 25% Ihres Wertes verloren hatten- gleich mit zu Grabe getragen.
Trotz dieser Wertverluste macht es unseres Erachtens Sinn einen Blick über den großen Teich zu werfen. Vielleicht kann es doch gelingen aus der langen Historie der US-Stiftungsportfolien etwas zu lernen (hier am Beispiel von Harvard):
Als typische private Stiftungsuniversität bestand für Harvard schon immer die Notwendigkeit, den beständig steigenden Mittelbedarf selbst zu finanzieren. Die Regelstudiengebühren decken nur einen kleineren Teil der Kosten, denn etwa 2/3 aller Studierenden erhalten Stipendien und/oder erhebliche Teile der Studiengebühren erlassen. Studiengebühren, abzüglich aller Stipendien, stellten im Jahr 2010 nur 19 Prozent der Gesamteinnahmen dar. Ein größerer Teil der Einnahmen stammt aus den Patenschaften / Kooperationen mit Firmen, aus Vermächtnissen reicher Freunde, oft ehemalige Studierende, und vor allem aus Erträgen des Stiftungsvermögens. Die Gesamteinnahmen zum Ende des Geschäftsjahres 2010 betrugen rund 3,7 Milliarden US-Dollar. Dieser kurze Exkurs soll Ihnen nur die Wichtigkeit des Stiftungsvermögens für US Universitäten verdeutlichen.
So ist es denn auch nicht überraschend, dass sich die Ergebnisse der US-Stiftungsportfolien wieder verbessert haben. Wie 2015 bekannt wurde, belegt das Geschäftsjahr 2014 erneut die erfolgreichen Strategien der Anlageverwalter an US-Universitäten: Im Durchschnitt schafften die Stiftungen mit ihren Geldanlagen ein Plus von 15,5 Prozent. Ähnlich wie im College Fonds wurden diese Renditen aber nicht mit viel Volatilität erkauft, sondern verlaufen relativ konstant. Der Grund liegt vielmehr in ihrer Portfoliostruktur (Diversifikation!) und der relativ geringen Umschlaghäufigkeit.
Wenn Sie sich jetzt fragen, warum sich nicht mehr Manager an den US-Stiftungsportfolien orientieren, kann ich darauf keine Antwort geben. Vielleicht erscheint es einfach zu simpel. Dazu passend empfehle ich Ihnen noch die Aussage von Fondsmanager Jörg Müller zur Wichtigkeit von konstanten Erträgen. Dieses Statement lässt sich meines Erachtens eins zu eins auch auf den privaten Anleger übertragen.

Jörg Müller: Wir stellen fest, dass es eine Anomalie an den Märkten gibt, nämlich dass niedrig volatile Aktien fast den Charakter von Unternehmensanleihen haben. Sie schütten dabei stetig aus und weisen in der Regel noch Kursgewinne aus. Solche soliden Dinge dürften für Stiftungen interessant sein. Was uns zudem auffällt ist, dass demjenigen, der keine Aktien hat, die Gebühren für die Vermögensverwaltung zunehmend wehtun. Das trifft für Stiftungen genauso zu, weshalb wir uns schon fragen, warum sie nicht mehr in Aktien investieren. Wissen Sie warum? Weil ihnen die Satzungen in vielen Fällen entgegenstehen. In den USA müssen Stiftung mindestens 5% ausschütten, was auch zulasten des Fundaments gehen kann, in Deutschland muss das Fundament auf Teufel komm raus erhalten werden. Vielleicht steckt darin auch ein Schlüssel, warum Stiftungen insbesondere bei Investments außerhalb der Anleihe so vorsichtig sind. Stiftungen sollten sich jedoch fragen, ob Kapitalerhalt in Zeiten der Finanzrepression überhaupt möglich ist. Dauern die Niedrigzinsen noch zehn Jahre, schmilzt der Stiftungsstock weg wie die Butter in der Sonne. Das Modell der USA, das ja hohe Ausschüttungen für den Stiftungszweck vorsieht, stellt die Kapitalanlage jedenfalls anders auf, ich vermute zeitgemäßer; insbesondere vor dem Hintergrund, dass Stiftungen ja das ewige Leben haben.

langfristige-Wertentwicklung

Quelle: StarCapital AG, Titel: Aktien entwickeln sich treppenförmig

Am Ende darf ich Ihnen noch eine Graphik zeigen, welche nicht ganz zum Thema passt und welche ich bei den Kollegen von StarCapital gefunden habe, welche aber sehr schön die Notwendigkeit einer langfristigen und nachhaltigen Anlagestrategie verdeutlicht.

 

 

 

 

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