1. September 2017 Jörg Müller

Querje’dacht – Handreichung für Stiftungen

Seit Jahren ist es zu beobachten. Die Zahl der Listen mit Fonds, in die Stiftungen investieren können, wächst kontinuierlich, genauso wie die Listen für sich auch immer länger werden. Die Frage die sich jedoch stellt ist: Bieten diese Listen Stiftungen einen wirklichen Mehrwert? Mit immer neuen Fondsideen bombardiert zu werden, verunsichert eher. Besser wäre es, Stiftungen bekämen konkrete Handreichungen aus einer Handvoll für sie geeigneter Fonds. Aber hören und sehen Sie selbst.

Es war ein Gespräch mit einem Stiftungsvorstand, das so ein wenig Licht ins Dunkel brachte, und vermutlich sprach er vielen anderen Stiftungen aus der Seele. Sinngemäß meinte er, dass er natürlich auch in Fonds investiere, dass er aber nicht verstehen könne, dass immer mehr Produkte Stiftung zwar im Namen trügen aber keine Stiftung als Anleger im Fonds hätten. Dann schaut man in die Liste der Fonds, die zuletzt im Stiftungskontext platziert wurden und ist erstaunt: Das Segment ist ordentlich gewachsen, um Stiftungsfonds mit Stiftung im Namen, um vermögensverwaltende Produkte mit Stiftungsfokus und um Modeprodukte, die sich dem Marketing nach sehr gut im Stiftungsdepot machen würden. So inflationär der Duktus Stiftungsfonds verwendet wurde, so ausufernd wurde auch die Berichterstattung rund um Fonds, und gerne auch mal an der Zielgruppe dabei. Dies wird beim Blick auf die meisten Factsheets und Informationsangebote deutlich. Die wenigsten Fonds verfügen über eine eigene Website, bei den meisten Fonds findet man im Factsheet die für Stiftungen wichtigste Kennzahl häufig nur mit der Lupe.

Ausschüttung first

Die Ausschüttung ist und bleibt die wichtigste Kennzahl, sie sagt für Stiftungen aus, wie leistungsfähig der Ansatz aus ihrer Sicht ist. Leistungsfähigkeit hat bei Stiftungen nur in zweiter Ebene mit der Performance, also der Wertentwicklung zu tun. Stiftungen brauchen Planbarkeit, sie brauchen verlässliche Zahlungsströme zu vorab definierten Terminen, daraus können sie die Leistungsfähigkeit eines Fondskonzepts ableiten. Am besten wäre es, wenn die Ausschüttungsdaten für das vergangene Jahr ergänzt würden um eine Prognose sowie um die Historie der Ausschüttungen seit Auflage des Fonds. Für die Performance machen sich die Fonds die Mühe, jeden Monat einzeln aufzuführen, die Ausschüttung ist meist nur einzeln zu finden, ohne Historie, ohne Erörterung. Erklärt wird stattdessen das Marktumfeld, aber ob der Dollar bei 1,2 zum Euro steht oder bei 1,1 ist Stiftungen in der Regel Jacke wie Hose. Sie brauchen eine verlässliche Aussage darüber, ob dieser oder jener Fonds ein Baustein ihrer Liquiditätsplanung sein kann oder nicht.

Welcher Fonds leistet und welcher nicht

Aufbauend darauf sollten sich die Lieferanten von Listen und Studien dann auch damit befassen, dass Stiftungen konkrete Handreichungen brauchen, um sich dem Thema Fonds zu nähern. Nur weil ein Produkt in den vergangenen Monaten besonders toll abgeschnitten hat, wird sich noch keine Stiftung hinreißen lassen, diesen Fonds zu kaufen. Zu viele Fragen sind offen, beispielsweise jene welche Funktion dieser Fonds in einem Portfolio übernehmen kann oder wie er mit anderen Fonds im gleichen Zeitraum interagiert hat. Genau das wird Stiftungen nicht abgenommen. Sie werden stattdessen mit Informationen zugeschüttet, aber sie werden mit der Entscheidung allein gelassen, welche vier fünf Fonds sie denn nun miteinander für ihr Portfolio kombinieren können. Zwar hat auch solch ein Musterdepot seine Tücken, und keine dieser Handreichungen ist perfekt, aber jede Handreichung ist ein Anfang.

Fazit für Stiftungen

Wenn Stiftungen ihre Kapitalanlage delegieren wollen, dann sind Fonds für die Mehrheit vermutlich das geeignete Mittel der Wahl. Damit Stiftungen aber ein Gefühl für das Zusammenspiel verschiedener Konzepte entwickeln, müssen sie sich auch anhand von Handreichung: Stiftungen und Fonds hineintasten. Übersichten sind schön, sie liefern eine erste Basis für Ideen, aber ein Musterdepot liefert konkrete Hinweise hinsichtlich der Ausschüttungen, der zwischenzeitlichen Rücksetzer und auch des Verhaltens zu den Kapitalmärkten. Wo also eine Liste also einen groben Überblick schafft, kann eine Handreichung für konkrete Orientierung zu sorgen.

P.S.: Weil wir Handreichungen für zielführender aus Stiftungssicht halten, haben wir uns über die Anfrage seitens des Portfolio Verlags gefreut, in einer Stiftungspublikation als einer von sechs Musterdepotfonds mitzuwirken. Das Lösungsheft für Stiftungen, wie es vom Verlag genannt wird, zeigt zwei Beispiele für Musterdepots und greift dabei einmal auf die „Klassiker“ und einmal auf die „Nachhaltigen“ zurück. Aber lesen Sie selbst.

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